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Schweizerisches Bundesblatt.

42. Jahrgang. IV.

Nr. 42.

# S T #

11. Oktober 1890.

Botschaft des

Bundesrathes an die Bundesversammlung betreffend Ankauf eines Gebäudes in Glarus, behufs Einrichtung des Postbureau und des Telegraphenbüreau, nebst TelephonCentralstation, in diesem Gebäude.

(Vom 3. Oktober 1890.)

Tit.

Das Postbureau, sowie das von demselben dienstlich getrennte Telegraphenbüreau, nebst Telephon-Centralstation, in Galrus sind im Erdgeschosse des Rathhauses eingerichtet. Die Bundesverwaltung bezahlt hiefür dem Stande Glarus einen jährlichen Miethzins von Fr. 4500. Der bezügliche Vertrag kann von beiden Seiten jeweilen auf ein Jahr gekündet werden.

Ferner hat die Postverwaltung von einem Privaten für Unterbringung der in Glarus benöthigten Handkarren und Handschlitten eine Remise gemiethet, gegen einen jahrlichen Zins von Fr. 120.

Der daherige Vertrag ist jederzeit und von beiden Seiten auf drei Monate kündbar.

Die P o s t verfügt im Rathhause über einen Raum von 85 m 2 Flächeninhalt für das Postbureau und von 21 m 2 für die Schalterhalle, welche in dem -- sonst nicht benutzten -- Hausgang sich befindet, Dahin führt, im Innern des Gebäudes, eine 1,65 m. hohe Treppe von 8 Stufen. Hinten im Gang befindet sich noch ein kleiner Raum, welcher zur Aufbewahrung von Vorfenstern und verschiedenem Material dient. Die Aborte, für Post und Telegraph, befinden sieh ebenfalls im Erdgeschoß.

Bundesblatt. 42. Jahrg. Bd. IV.

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Dependenzen (Huf, Remise etc.) sind in der Miethe des Postbüreau nicht in begriffen.

Das T e l e g r a p h e n b ü r e a u , nebst Telephon-Centralstation, nimmt einen Raum von ca. 62 m 2 ein, Inbegriffen das Aufgabelokal und das Schlafzimmer für den Nachtdienst thuenden Beamten.

Im Weitern verfügt das Telegraphenbüreau über einige kleine Räume zwischen den Aborten und dem oberwähnten, der Post dienenden Raum. Dependenzen sind auch für den Telegraphen nicht vorhanden.

Das Postbureau zählt 15 und das Telegraphenbüreau 6 Beamte und Bedienstete.

Die nachstehende Tabelle gibt ein Bild vom Verkehr des Postbüreau Glarus und der Größe der jetzigen Lokale im Vergleich zu andern Ortschaften von ähnlicher Bedeutung: Zahl der Zahl der Flächeninhalt Briefpostgegen- FahrpoststUcke stände per Jahr.

per Jahr.

(18ö9.)

(1889.)

(Spedition im (Versandt, Inland, Spedition Umspedition nach dem Ausland und und Empfang von Empfang.)

demselben, Utnspedition.)

.

433,397 118,207

Glarus . .

Thun . . .

Aigle J) .

Bex ») . .

Frauenfeld . .

Herisau J) .

Burgdorf x) Montreux .

766,703 557,345 278,654 653,991 596,604 395,075 531,847

110,692 56,743 33,983 123,461 144,363 77,157 93,588

des des ßüreauVorplatzes raumes, incl.

desjenigen für (der Schalter- die Brief- und halle).

Paketträger..

m».

m2.

21 85

63 33 15 15 36 23 45

200 *), 95 65 99 138 98 160

Abgesehen vom Raummangel im Allgemeinen, der namentlich eine gehörige Abfertigung des Bestellpersonals schwierig macht bestehen die Hauptübelstände, welche dem Postlokal anhaften, in dem höchst unbequemen, unter Umständen geradezu gefährlichen Zugange zum Schalterraum und in's Bureau, worunter nicht nur das Publikum, sondern auch das Postpersonal, namentlich in Bezug auf das Zu- und Wegtragen schwererer Poststücke, zu leiden haben, sowie in dem fatalen Umstände, daß das Ab- und Aufladen derPostsachen stets unter freiem Himmel stattfinden muß.

') Post und Telegraph im gleichen Raum.

*) Für die neu zu erstellenden Lokale vorgesehen.

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Auch die Telegraphenlokale lassen zu wünschen übrig, namentlich in der Richlung, daß die Art der Abtrennung von Apparatensaal und Aufgabelokal das Depeschengeheimniß gefährdet und daß ein eigentliches Batterielokal, sowie ein Materialmagazin zum Schaden des Dienstes fehlen.

Außerdem ist die gegenwärtige Miethe von unsicherem Bestand, insofern, als für den Kanton Glarus jederzeit die Notwendigkeit eintreten kann, über die vermietheten Lokale selbst verfügen zu müssen.

Es muß daher nothwendig darauf Bedacht genommen werden, für Post- und Telegraphendienst in Bälde andere, geeignetere Lokale zu erwerben.

Nun hat Herr Brunner-Legier, Besitzer des Gasthofes zürn ,,Raben" in Galrus, diesen Gasthof sammt Dependenzgebäude und Grund und Boden zum Preise von Fr. 135,000 der Eidgenossenschaft zum Kauf angeboten. Sorgfältige Untersuchungen seitens der Post- und der Telegraphenverwaltung haben ergeben, daß sich diese Besitzung sowohl hinsichtlich ihrer günstige (centraleun Lage, als auch in Betreff des Baues und der innern Einrichtung des Hauptgebäudes und der vorhandenen Dependenzen zur Unterbringung der Post- und Telegraphenbüreaux vorzüglich eignet. Aber auch die bautechnische Expertise, welche durch die eidg. Bauverwaltung vorgenommen wurde, hat zu einem günstigen Ergebnisse geführt.

Das Schweiz. Departement des Innern (Abtheilung Bauwesen) läßt sieh diesfalls in seinem Bericht vom 26. August 1890 wie folgt vernehmen : ,,Der 1863 erbaute und im Jahre 1864 eröffnete Gasthof zum ,,Raben" befindet sich, wie aus beiliegendem Situationsplan ersichtlich, in centraler Lage der Stadt Glarus, gegenüber der Nordfacade des Regierungsgebäudes, an der Einmündung der Rainstraße in den Marktplatz. Er nimmt die östliche der von der Rainstraße und der Postgasse gebildeten Ecken ein und besteht aus dem Hotelgebäude und einem angebauten Dependenzgebäude. Ersteres hat längs der Rainstraße eine Hauptfront von 21 m. und eine Tiefe von 11 m., letzteres an der Postgasse eine Länge von 16,5 in. und eine Tiefe von 7,5 m. Die Hauptfront mit dem Hoteleingang ist gegen Süden gerichtet. Die Liegenschaftsgrenzen fallen mit den Außenmauern der beiden Gebäude zusammen und stoßen, ausgenommen auf der Ostseite, wo ein Privathaus angrenzt, auf allen Seiten an öffentliches eigenthum, vorn und seitwärts an die Straße, hinten an den Quartierhof. Ein zum Hause gehörender Hofraum ist nicht vorhanden.

456 Das H a u p t g e b ä u d e besteht aus Kellergeschoß, Erdgeschoß und drei Obergeschossen und enthält nacbbenannte Räume : K e l l e r g e s c h o ß : Gewölbte Keller, die Hotelküche und dia Alivvasi-hkiic.he (dit; beiden letztem ganz hell}.

E r d g e s c h o ß , 3,e m. hoch im Lichten: l großes und l kleines Reftnurationslokal, 1 Office und l Portierzimmer.

E r s t e s O b e r g e s c h o ß , 3,? m. hoch: l Speisesaal, l kleineres Eßzimmer, l Office und l Fremdenzimmer.

Z w e i t e s O b e r g e s c h o ß , 2,8in. hoch : 9 Fremdenzimmer.

D r i t t e s O b e r g e s c h o ß , 2,7 rn. hoch : 9 Fremdenzimmer.

D a c h b o d e n : 2 Zimmer, im Uebrigen offener Dachraum.

Im D é p e n d e n t g c b ä u d e befinden sich im Erdgeschoß eine Remise, eine Stallung- und ein Waschhaus; im ersten Stock zwei Zimmer und die Htubühne, im zweiten Stock zwei Zimmer und die Heul-ülme und im dritten Stock 4 Zimmer und die obere Bühne.

Die Stock- und Fußbodeuhöhen des Haupt- und des Dependenzgebäudes korrespondiren nicht miteinander. Eine in Sandstein erstellte, bis in den dritten Stock reichende halbkreisförmige Treppe von 1,85 m. Breite ist im Hotelgebäude dergestalt placirt, daß sie auch den Verkehr zwischen diesem und den drei Etagen des Dependenzgebäudes und der letztern unter einander vermittelt. Diese Treppe ruht auf feuersicheren Mauern. Im Uebrigen sind Hotelgebäude und Dependenzgebäude durch eine Brandmauer von einander abgeschlossen, und es wäre bei allfälligem Uebergang des Besitzes an die Eidgenossenschaft ein Leichtes, beide von einander gänzlich abzuschließen und im Dependenzgebäude eine eigene Treppe, durch welche dasselbe vom Hauptbau unabhängig gemacht würde, zu erstellen, worauf auch schon durch die von letzterem abweichende Façadengestaltung und die differirenden Fecster und Stockwerkshöhen hingewiesen ist.

Die Gebäude, deren Mauern, dem Vernehmen nach, auf Felsen aufgesetzt sind, sind, soviel nach den vorhandenen Plänen und beim Augenschein konstatirt werden konnte, solid und kunstgerecht ausgeführt. Sowohl die Außen-, als auch die innern Hauptmauern weisen bis zum dritten Stockwerk Dimensionen auf, die absolute Sicherheit verbürgen. Die Fenster- und Thüreinfassungen der Façaden, die Gesimse und der Balkon mit Konsolen bestehen aus hartem Sandstein und sind, abgesehen von geringfügigen Beschädigungen, gut erhalten. Der Sockel dagegen ist nur in Cernent-

457 auftrag erstellt, ebenso sind die Bossage des Erdgeschosses und ersten Stockes, sowie die glatten Facadenflächen nur verputzt und mit Oelfarhe gestrichen, weisen aber keine Defekte auf. Die hintern Pacaden bedürfen einer Renovirung. Die Eindeckung der südlichen Dachfläche besteht aus Glarner Sehieferplatteii auf Latten, diejenige der übrigen Dachflächen aus Falzziegeln auf Latten. Die Gebälke zeigen bei gewöhnlicher Inanspruchnahme keine Vibration ; das Boden material besteht im Erdgeschoß und ersten Stock aus eichenen Tafeln und eichenen Riemen, in den obern Stockwerken aus tannenen Riemen. Der Dachstuhl ist solid konstruirt und gut erhalten.

Einige Risse in Riegelwänden, von Senkungen herrührend, sind belanglos. Soweit die Untersuchung sich erstrecken konnte, traten Spuren von Fäulniß, Schwamm oder Wurmfraß nirgends zu Tage.

Der Zustand der Schreiner- und Schlosserarbeiten ist befriedigend; Fenster und Thüren sind mit guten Verschlüssen versehen. Die Plafonds haben sich nicht durchwegs gut bewährt und bedürfen größtentheils einer Ueberarbeitung. Heizbar, resp. mit Oefen versehen, sind 12 Zimmer, Saale inbegriffen. Die G&seinrichtung besteht im Souterrain in der Koch- und in der Abwaschküche, im ganzen Erdgeschoß und im ganzen ersten Stock, sowie in dea Korridoren des zweiten und des dritten Stockwerkes.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß der Liegenschaft zum ,,Raben"1 das unentgeltliche Recht auf Entnahme von 12 1. Wasser pro Minute aus der öffentlichen Leitung zusteht, und daß die bezügliche Einrichtung im Souterrain, Erdgeschoß und ersten Stock, sowie im Waschhaus, bereits erstellt ist. Diese Einrichtungen lassen sich ohne Schwierigkeit auf die obern Stockwerke und auf das Dependenzgebäude ausdehnen.

Das Dependenzgebäude verdient in Bezug auf Solidität die gleiche günstige Beurtheilung wie das Hauptgebäude, ist aber seiner Bestimmung gemäß nicht so ausgebaut, wie letzteres. Dem Ausbau der obern Stockwerke zu Wohnungen würde indessen nichts entgegenstehen, sofern dies aus Rentabilitätsgründen konveniren sollte. Das Erdgeschoß könnte ohne große Veränderungen zu einer Remise für Postkarren und zur Magazinirung von Linienmaterial der Telegraphenverwaltung umgestaltet werden, für welch' letztern Zweck zur Zeit gar keine Räumlichkeit zur Verfügung steht.

Die Schätzung der Liegenschaft ergibt folgendes Resultat : Das H a u p t g e b ä u d e hat auf 236,34 m 2 Grundfläche eine Höhe von 16 m., vom Trottoir bis zur Oberkante Dachgesims ge-

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messen, demnach einen Kubikinhalt von 3781 m 8 . Zu Fr. 25 angeschlagen, erhalten wir einen Bauwerth von rund Fr.

In dem Preise von Fr. 25 ist die Amortisationsquote für das seit 1864 bestehende Gebäude in begriffen.

Das D e p e n d e n z g e b ä u d e ist bei 124,2 m 2 Grundfläche 12 m. hoch, hat, somit einen Kubikinhalt von 1490 rn 3 , was, zu Fr. 13 per m 3 in seinem jetzigen Zustande berechnet, einen Bauwerth ausmacht von rund ,, Der B a u p l atz mißt 360,52 m 2 und dürfte in Anbetracht seiner ausgezeichneten Lage mit Fr. 70 per m 2 nicht zu hoch angeschlagen sein. Wir kommen für das Terrain daher auf eine Schätzung von rund ,, Das B r u n n e n r e c h t schlagen wir an auf . ,, Gegenwärtiger Verkehrswerth Liegenschaft

per m 3 95,000

19,000

25,000 5,000

der Fr. 144,000

Die Frage, ob sich die Liegenschaft zum ,,Raben" zur Aufnahme der Post- und Telegraphenbüreaux der Stadt Glarus eignen würde, kann bejaht werden. Die Unterbringung der beiden Postabtheilungen im Erdgeschoß des Hotelgebäudes, sei es getrennt mit zwischenliegendem Auf'gaberaum, sei es im gleichen Lokal vereinigt und mit seitlichem Aufgaberaum, erfordert keine großen Umbauten. Ebenso wenig stehen der Unterbringung des Telegi-aphenbüreau mit Central-Telephonstation im ersten Stock erhebliche bautechnische Schwierigkeiten entgegen. Beide Bureaux würden gegenüber den jetzigen Lokalen im Regierangsgebäude an Platz gewinnen, und die Beleuchtung wäre mindestens ebenso günstig als dort. In welcher Weise die Frage, ob Fahrpost und Briefpost getrennte Bureaux erhalten oder vereinigt bleiben sollen, wie sie jetzt sind, auch gelöst werden möge, so ergibt sich für die Installation im ^Raben14 gegenüber dein bisherigen Postlokal im Regierungsgebäude im ungünstigsten Fall ein Mehrbetrag an Bodenfläche von circa 20 m 2 , vom Vestibüle ganz abgesehen. Beträchtlicher wird der Platzgewinn für das Telegraphenbüreau mit Central-Telephonstation sein, sofern nämlich der ganze erste Stock des Hotels hiefür in Anspruch genommen würde, was indessen kaum nöthig werden wird. Außerdem würden im Souterrain die gut beleuchteten Küchen und im Dependenzgebäude das ganze Erdgeschoß der Post- und Telegraphen Verwaltung zur Verfügung stehen.

459 Durch Erstellung je einer Küche im zweiten und dritten Stock des Hauptgebäudes können zwei komfortable Wohnungen von je 6--8 Zimmern und durch Ausbau der drei Obergeschosse des Dependenzgebäudes und Erstellung einer Treppe daselbst drei Wohnungen von je 3 Zimmern gewonnen werden, welche zusammen einen Zinsertrag von mindestens Fr. 2200 abwerfen würden. Die Kosten aller dieser Einrichtungen, inclusive Installation der Postund Telegraphenbüreaux, schätzen wir auf Fr. 30,000.

Zur Ermittlung der Rentabilität stützen wir uns auf folgende Ziffern : Ankauf der Liegenschaft laut Verkaufsofferte . . Fr. 135,000 ümbaukosten ,, 30,000 Total der Kapitalanlage

Fr. 165,000

Verzinsung dieser Summe à 4 % Für Anrechnung der Quote für Unterhalt und Amortisation ziehen wir den Verkehrswerth des Bauplatzes mit Fr. 25,000 vom Total der Kapitalanlage ab, bleiben Fr. 140,000 à l lk °/o

Fr. 6,600

Total für Verzinsung, Unterhalt und Amortisation

Fr. 8,700

Hievon ab : Zinsertrag von den Miethwohnungen so daß den beiden betheiligten Verwaltungen auffallen würden per Jahr Der jetzige Miethzins beträgt unseres Wissens .

,,

,,

2,100

2,200

Fr. 6,500 ,, 4,500

Mehrbelastung für jährlichen Miethzins Fr. 2,000 wofür indessen reichlich ein Drittel mehr Platz vorhanden ist, als in den gegenwärtigen Post- und Telegraphenlokalen. u Mit den vorstehenden Ausführungen des Departements des Innern geht das Post- und Eisenbahndepartement in allen Theilen einig, nur muß die von ersterem berechnete Mehrausgabe um Fr. 120, nämlich um den Betrag des Miethzinses für die gegenwärtige Remise (für Handkarren und Handschlitten) reduzirt werden, so daß bei Erwerbung der offerirten Besitzung die jährlichen Mehrausgaben gegenüber jetzt nur Fr. 1880 betragen würden.

Wir sind im Falle, Ihnen den Ankauf des Gasthofes zum ,,Raben" sammt Dependenzgebäude behufs Einrichtung des Postbüreau und des Telegraphen bureau sammt Telephon-Centralstation

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in ersterem, mithin die Annahme des nachstehenden Beschlußentwurfes, angelegentlichst zu empfehlen.

Schließlich theilen wir Ihnen mit, daß wir in jüngster Zeit von dritter Seite auf das Gasthaus zur ,,Sonne" in Glarus, als geeignetes Kaufsobjekt, aufmerksam gemacht worden sind, mit dem Bemerken, daß ,,vielleicht"1 diese Liegenschaft um den Preis von Fr. 65,000--70,000 erworben werden könnte. Trotz der Unbestimmtheit dieser Mittheilung hat sich die Postverwaltung doch veranlaßt gesehen, auch diese Besitzung zu besichtigen. Sie hat sich jedoch überzeugt, daß wenigstens das Postbureau in der ,,Sonnea lange nicht so günstig eingerichtet werden könnte, wie im ,,Raben", und daß die Dependenzen unzureichend sind. Die Lage der ,,Sonnea (gegenüber dem ,,Raben") wäre ebenfalls günstig. Das Haus besteht aus Keller, Parterre, zwei Stockwerken und Dachboden, nebstr kleinem Anbau ; die Bauart scheint eine solide und der bauliche Zustand ein guter zu sein.

Ferner wurde uns ein Bauplatz in centraler Lage der Stadt,, vis-à-vis dem Gasthof zu den ,,drei Eidgenossen'1, gelegen. 27,15 m.

breit und 41,40 m. lang, zum Preise von Fr. 35,000 mit Brunnen und von Fr. 30,000 ohne Brunnen, offerirt. Angesichts der in allen Beziehungen so günstigen Offerte des Hrn. Brunner-Legler und der Thatsache, daß bei Annahme dieser Offerte die Kosten unter allen Umständen bedeutend geringere sein werden, als bei einem Neubau, glaubten wir, auf dieses Anerbieten nicht näher eintreten zu sollen.

Wir benutzen diesen Anlaß, Sie, Tit., unserer vollkommener* Hochachtung zu versichern.

B e r n , den 3. Oktober

1890.

Im Namen des Schweiz. Bundesrathes T Der Bundespräsident:

L. Ruchonnet.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Ringier.

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(Entwurf.)

Bundesbeschluß betreffend

den Ankauf eines Gebäudes in Glarus behufs Einrichtung des PostbUreau und des Telegraphenbüreau nebst Telephoncentralstation in demselben.

Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht einer Botschaft des Bundesrathes vom 3. Oktober 1890, b e s c h l i eßt: Art. 1. Der Bundesrath ist ermächtigt, auf Rechnung des Jahres 1890 von Herrn Brunner-Legler in Glarus dessen Liegenschaft, bestehend aus dem jetzigen Gasthof zum ,,Raben", nebst einem Dependenzgebäude, gelegen an der Rainstrasse und an der Postgasse in Glarus, um den Preis von Fr. 135,000 anzukaufen.

Art. 2. Dem Bundesrath wird ferner für Instandstellungsund Umbauarbeiten auf dieser Liegenschaft, für Rechnung des Jahres 1891, ein Kredit bis auf Fr. 30,000 bewilligt.

Art 3. Der gegenwärtige Beschluß tritt, als nicht allgemein verbindlicher Natur, sofort in Kraft.

Art. 4. Der Bundesrath ist mit der Vollziehung dieses Beschlusses beauftragt.

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Botschaft des Bundesrathes an die Bundesversammlung betreffend Ankauf eines Gebäudes in Glarus, behufs Einrichtung des Postbüreau und des Telegraphenbüreau, nebst Telephon-Centralstation, in diesem Gebäude. (Vom 3. Oktober 1890.)

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11.10.1890

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